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Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin – gVe Konzert

7. Mai 2023 | 19:00 - 21:30

Sonntag, 07. Mai 2023, 19 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal

 

Hand in Hand: Mussorgski – Schostakowitsch – Schubert

Truls Mørk, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Vladimir Jurowski
Er ist ein weltweit gefragter und gefeierter Konzert- und Operndirigent – einer der großen, schillernden Pult-Stars unserer Zeit: Vladimir Jurowski, geboren 1972 in Moskau, seit 1990 zu Hause im Westen. Er war Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin, über zehn Jahre Musikalischer Leiter der Glyndebourne Opernfestspiele, von 2007 bis 2021 zudem Chef des London Philharmonic Orchestra. Bereits seit 2017 ist Vladimir Jurowski Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB), seit 2021 daneben Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper München und damit zugleich Chef des Bayerischen Staatsorchesters. Die Bezeichnung Generalmusikdirektor mag er allerdings ganz und gar nicht. General klänge ihm zu militärisch, Direktor zu beamtisch. GMD möchte er daher mit Geburtshelfer-Musik-Diener übersetzen, ist doch für Vladimir Jurowski jeder musikalische Interpret eine Art Geburtshelfer – einer, der die vom Komponisten aufs Papier gebrachte Musik zum Leben bringt.

„Mit diesem Regime verbindet mich gar nichts!“
Vladimir Jurowski – ein russischer Dirigent? Seine gesamte Familie stamme aus der Ukraine, sagt er, sein Urgroßvater liege im Massengrab der Schlucht von Babyn Jar bei Kiew, wo die deutschen Invasoren 1941 innerhalb von zwei Tagen 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordeten. Die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine postulierte Zeitenwende begann für Vladimir Jurowski schon früher. „Mit diesem Regime verbindet mich gar nichts“, sagte er über das Putin-Russland in einem BR-Interview im Oktober 2021, nachdem er bereits zuvor seine zehnjährige Tätigkeit als Chef des Staatlichen Akademischen Symphonieorchester Russlands beendet hatte.

Offener Brief gegen Krieg und Diskriminierung
Zwei Tage nach dem Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 änderte Vladimir Jurowski kurzfristig das Programm seines Konzerts mit dem RSB, tauschte den dezidiert russophilen Slawischen Marsch von Tschaikowski mit der ukrainischen Nationalhymne aus, behielt aber die neutrale 5. Sinfonie des russischen Spätromantikers auf dem Programm. „Nicht alles über einen Kamm scheren“, lautet das Motto. Ende März lancierte er dann, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, folgenden Aufruf: Generalmusikdirektor
Vladimir Jurowski initiiert Appell – einen offenen Brief, in dem er vehement gegen den Krieg in der Ukraine Stellung bezieht, zum Widerstand gegen Russland auffordert, sich zugleich aber auch gegen einen undifferenzierten Pauschalboykott russischer und belarussischer Musik und Kulturschaffender verwahrt.

Cellokonzert für Rostropowitsch mit Truls Mørk
Bei Vladimir Jurowskis Gastspiel mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in Erlangen im Mai 2023 steht denn auch neben Musik der österreichischen Frühromantik ebenso russische und sowjetische Musik auf dem Programm. Den krönenden Abschluss bildet Schuberts „Große C-Dur“, seine 8. Sinfonie, die früher irrtümlich manchmal die Nummer 7, zumeist aber die Nummer 9 trug. Zur Eröffnung gibt es Mussorgskis Beschwörung eines Hexensabbats im Stil des urwüchsigen national-russischen Folklorismus. Im konzertanten Mittelfeld: das für Rostropowitsch 1966 komponierte 2. Cellokonzert von Schostakowitsch – tönendes Abbild der Tristesse und Trostlosigkeit, der Sorgen und Ängste der Breschnew-Ära. Zu Gast in Erlangen ist einer der großen, herausragenden Cellisten unserer Zeit: der Norweger Truls Mørk, ein Souverän des klassisch-romantischen Cello-Repertoires und ein profilierter Anwalt Neuer Musik.

Text: Klaus Meyer

Details

Datum:
7. Mai 2023
Zeit:
19:00 - 21:30
Veranstaltungskategorie:
Webseite:
https://www.gve.de/rundfunk-sinfonieorchester-berlin-vladimir-jurowski/

Veranstalter

gVe – Gemeinnütziger Theater- und Konzertverein Erlangen e.V.
Telefon:
09131 86 22 52
E-Mail:
info@gve.de
Webseite:
www.gve.de