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NDR Radiophilharmonie – gVE Konzert

19. März 2021 | 20:00 - 22:00

Freitag, 19. März 2021, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Sparkassen-Rabatt

Elisabeth Leonskaja hat nie viel Aufhebens um ihr geniales pianistisch-musikalisches Vermögen oder um ihre Person gemacht. Dabei hat sie sich – fast unauffällig – in die Reihe der führenden Pianisten eingereiht.

NDR Radiophilharmonie
Elisabeth Leonskaja, Klavier
Andrew Manze, Leitung

Robert Schumann
„Manfred“ op. 115, Ouvertüre

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488

Johannes Brahms
Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Und wieder eine „Grande Dame“ beim gVe!

Diese Frau, die äußerlich mit ihrer zurückhaltenden, klaren Schönheit ein wenig an Catherine Deneuve erinnert, hat Zeit beim Musizieren. Zeit, die auf Lebenserfahrung und musikalischer Erfahrung beruht. Das ist ungewöhnlich im heutigen klassischen „Klavierzirkus“. Dabei stammt die 74-jährige Pianistin aus dem georgischen Tiflis, wuchs als „Wunderkind“ mit dem Drill der „typisch russischen Klavierschule“ auf: Das bedeutete (und es ist auch heute noch so!),  von frühen Kindheitstagen an täglich mindestens sechs Stunden unter strenger Überwachung zu üben. Das ist lange her bei Elisabeth Leonskaja, die seit mehr als 40 Jahren (seit 1978) in Wien lebt und zum Thema Heimat Folgendes sagt: „Ja, es war und ist noch die Stadt von Mozart, Beethoven, Schubert, Bruckner, Strauß usw. Das ist eine Märchensituation, wenn man nur an die Kunst denkt, dieses Gefühl der Harmonie in der Stadt. Aber man vergisst leicht, dass die Stadt andere Seiten hat, eine Kampfseite. Ich bin in Wien zu Haus, ich liebe Wien, aber ich bin keine Wienerin. (…) Ich habe zwei Arten von Heimat: meine Muttersprache und die Musik. Überall wo ich das habe, bin ich daheim. Wenn ich zu einem russischen Orchester komme, entsteht sofort eine bestimmte Atmosphäre, wo ich ich bin. Das ist Heimat.“

Groß ist ihr Repertoire, was sie selbst jedoch bescheiden zurückweist. Mit vielen weltberühmten Musikern ist sie ihren Weg gegangen: mit der etwas jüngeren Mitsuko Uchida, mit Emil Gilels, Marguerite Long und – für sie prägend – mit Svjatoslav Richter.

Warum fließt die Musik bei Leonskaja so herrlich selbstverständlich, ohne je banal zu werden? „Man muss im Takt spielen!“, sagt Leonskaja, „Das ist alles andere als eine Trivialität.“ Es komme darauf an, bei allen Freiheiten, die man sich nehmen müsse, den „Puls“ der Musik nicht zu verlieren. Auch bei Mozart sei das entscheidend wichtig. „Wie lange habe ich daran herumgedoktert!“ Auch beim Hören sei das Im-Takt-Bleiben der Grund für das Hineingezogenwerden in die Musik. „Wenn ich mich selbst vergesse, dann ist es überzeugend.“ Und genau diese Selbstvergessenheit verleiht ihrem Spiel, der Musik unvergessliche Momente, bereitet dem Publikum Sternstunden. Da ist von „Russischer Schule“ – außer ungemeiner Präzision – nichts zu spüren. Sie hat viel musiziert, viel über Musik und das Leben nachgedacht und meint zu ihrem Beruf, der Berufung für sie ist:

„Wozu gibt man Konzerte? Damit die Menschen sich für eine Weile vergessen, damit sie in eine völlig andere Sphäre eintauchen, sich sozusagen reinigen. Mir geht es nicht darum, dass sie sich für mich begeistern – zumindest schon lange nicht mehr. Ich spüre die Verantwortung, dass ich die Lebenswahrheit und die Reinheit, die  in der Musik stecken, zur Geltung bringe – schließlich sind es eine innere Erregung und eine Idee, die den Komponisten dazu gebracht haben, dieses Stück zu schreiben. Was das genau war, das müssen wir Interpreten versuchen, durch den Notentext herauszufinden. Das ist eine Lebensaufgabe. Ich wünsche mir, dass die Zuhörer aus dem Konzert gehen mit dem Gefühl, etwas erkannt zu haben als geistige Idee, was uns im Leben beschäftigt, was wir aber normalerweise nicht erkennen, weil wir zu blockiert sind.“

In Erlangen wird die weise, sphärenzaubernde Pianistin mit Mozarts vielleicht berühmtestem, dem unsterblichen Klavierkonzert KV 488, zusammen mit der NDR-Radiophilharmonie unter Andrew Manze zu erleben sein.

Text: Constanze Nannerl

Details

Datum:
19. März 2021
Zeit:
20:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

gVe – Gemeinnütziger Theater- und Konzertverein Erlangen e.V.
Telefon:
09131 86 22 52
E-Mail:
info@gve.de
Website:
www.gve.de

Veranstaltungsort

Heinrich-Lades Halle
Rathausplatz 2
Erlangen, 91052
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Website:
https://ekm-erlangen.de
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