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ABGESAGT! Brussels Philharmonic – gVe Konzert

29. März 2020 | 15:00 - 17:30

Dienstag, 10.03.2020 „Wie soeben auf der Pressekonferenz des Bayrischen Kabinetts bekannt gegeben worden ist, untersagt der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen bis zum Ende der Osterferien. Sollten Sie Fragen zu einer spezifischen Veranstaltung haben, kontaktieren Sie bitte direkt den entsprechenden Veranstalter.“

 

Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn, Einlass 14 Uhr

So mancher mag sich verwundert die Augen reiben: Mischa Maisky kommt mit Brussels Philharmonic wirklich nach Erlangen? Tritt der nicht sonst nur in Metropolen auf? Lange und hart hat der gVe verhandelt – und es geschafft, das Projekt nach Erlangen zu holen. Aufgrund des engen Tourplans ist es ein Konzert am Sonntag-Nachmittag geworden.

Brussels Philharmonic
Mischa Maisky, Violoncello
Stéphane Denève, Leitung

Dmitri Schostakowitsch
Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107

Hector Berlioz
Symphonie fantastique op. 14

Mischa Maisky ist einer der schillerndsten Cellisten sowohl des 20. Jahrhunderts als auch unserer Zeit. Kaum ein anderer Musiker an der Weltspitze hat vergleichbare Höhen und Tiefen erlebt wie der 1948 in Riga geborene Sohn einer Musikerfamilie. Früh beginnt er mit dem Cellospiel, und als Mstislav Rostropowitsch ihn als 17jährigen in seine Meisterklasse am Moskauer Konservatorium holt, kann der „russische Cello-Titan“ ihm, der bereits den Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau gewonnen hatte, technisch nichts mehr beibringen. Lehrer und Schüler treffen sich auf einer ganz anderen Ebene, sprechen über Musik, über das Leben, das sich in der Interpretation widerspiegelt – und dass es nie darauf ankommen soll, zu zeigen, wie gut man Cello spielen kann.

Träume werden wahr

Für Maisky wird mit dem Studium bei Rostropowitsch ein Traum wahr, später wird er seinen Lehrer „meinen zweiten Vater“ nennen.
Und dann wird für ihn der Traum eines jeden Cellisten wahr, als ihm ein Bewunderer im Anschluss an sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall 1973 den Kauf eines Cellos von Domenico Montagnana aus dem 18. Jahrhundert (Wert heute: ca. 5 Mio. Euro) ermöglicht.

Staatsfeind der UdSSR

Als 1969 Maiskys Schwester nach Israel auswandert, nimmt ihn das Sowjet-Regime in Sippenhaft und er verschwindet als Staatsfeind für 18 Monate in einem Arbeitslager. Lange Jahre kann er sein geliebtes Cello nicht anrühren, erst 1972 gelingt ihm die Ausreise nach Israel. Später lässt er sich in Brüssel nieder.
Und er nimmt noch einmal Unterricht, als Meisterschüler des anderen „russischen Titanen des Cellos“, bei Gregor Piatigorsky.

In der Weltspitze angekommen

Ein Jahr später, Mischa Maisky ist noch nicht einmal 30 Jahre alt, startet seine Weltkarriere. Begeistert feiert man ihn als Solisten in den USA, Europa, Australien und Fernost, mit Radu Lupu, Martha Argerich und Gidon Kremer macht er Kammermusik in Sternstundenformat. Es folgt ein Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon, Einspielungen in den berühmten Abbey-Road Studios, und er wird begehrter Gast bei den bedeutendsten Festspielen, u.a. in Salzburg, Verbier und Dubrovnik oder auch bei den BBC Proms.
Seither ist er in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause, spielt mit den Ikonen der klassischen Musik und sagt: „Ich liebe das, was ich tue. Es hält mich jung.“

Individualist und unprätentiöser Künstler

Mischa Maisky war einer der ersten Künstler der Klassikszene, der es wagte, im weiten Hemd auf der Bühne zu erscheinen. In einer Zeit, in der so etwas zusammen mit seinem wilden Lockenkopf noch provozierte, verzauberte er mit dem ersten Ton das Publikum. Seine Wahrhaftigkeit, die Wärme seines Klangs, mitunter auch seine neuartige Interpretation altbekannter Werke überlagerte spontan sein ungewohnt lässiges Auftreten.

Maisky und Schostakowitsch

Mischa Maisky nennt sich selbst einen Romantiker, ist aber weiß Gott nicht auf diese Epoche der Musikgeschichte festgelegt, wie man bei seinem „Bach-Marathon“ im Jahr 2000 erlebte, als er an einem Tag sämtliche Cello-Werke des Barock-Giganten darbot. Nicht nur als Romantiker, sondern vielmehr als tief empfindenden Menschenfreund erlebte man ihn 2005 zusammen mit dem Bass-Bariton Thomas Quasthoff im Wiener Musikverein beim Benefizkonzert für die Opfer des Tsunamis.

Wenn Mischa Maisky nun das 1. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch spielt, so schwingt im Hintergrund zweierlei mit: Einerseits hatten beide, Cellist und Komponist, unter Verfolgung durch das Sowjet-Regime zu leiden, andererseits ist das Konzert Maiskys verehrtem Lehrer Rostropowitsch gewidmet und wurde von diesem auch uraufgeführt –  insofern sind für den Cellisten extrem negative und extrem positive Aspekte mit dem Werk verbunden.

Das 1. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch

Ein Feuerwerk in jeder Hinsicht: Obwohl Könner sagen, „es läge gut in der Hand“, stellt es doch eine unglaubliche tech­nische Herausforderung an den Interpreten dar. Mit den Initialen des Komponisten D-eS-C-H spielend, prägen vitale Rhythmen, unterbrochen von kantablen Themen, das Werk, das in einem atemberaubenden Finalsatz kulminiert.

Stéphane Denève

Der französische Dirigent Stéphane Denève erhielt seine musikalische Ausbildung am Pariser Konservatorium. Den Grundstein für seine internationale Pultkarriere legte er im Jahr 1995 als Assistent von Sir George Solti beim Orchestre de Paris sowie an der Opéra National de Paris. Bei George Prêtre und Seiji Ozawa setzte er seine Arbeit fort. Seine erste Position als Chefdirigent übernahm er 2005 beim Royal Scottish National Orchestra, gefolgt vom Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, dessen Leitung er bis 2016 innehatte.

Seit 2015 ist Stéphane Denève Musikdirektor bei Brussels Philharmonic. Zusammen mit diesem Spitzenorchester wird er Mischa Maisky der kongeniale Partner sein, bevor
er das Publikum mit Hector Berlioz’ strahlender „Symphonie fantastique“ begeistern wird.

Text: Cora Uitting

Details

Datum:
29. März 2020
Zeit:
15:00 - 17:30
Veranstaltungskategorie:
Website:
https://www.gve.de/konzert-details/brussels-philharmonic.html

Veranstalter

gVe – Gemeinnütziger Theater- und Konzertverein Erlangen e.V.
Telefon:
09131 86 22 52
E-Mail:
info@gve.de
Website:
www.gve.de

Veranstaltungsort

Heinrich-Lades Halle
Rathausplatz 2
Erlangen, 91052
+ Google Karte
Website:
https://ekm-erlangen.de
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