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Bamberger Symphoniker – gVe Konzert

24. April 2021 | 20:00 - 22:00

Mittwoch, 28. April 2021, 20 Uhr
Programmeinführung 45 Minuten vor Konzertbeginn
Heinrich-Lades-Halle, Großer Saal
Rathausplatz 1, 91052 Erlangen

Sparkassen-Rabatt

Patricia Kopatchinskaja ist vielleicht die eigenwilligste, spannendste Geigerin unserer Zeit. In Erlangen ist sie mit Ravels „Tzigane“ zu erleben, einem Hexentanz, der ihr auf den geigerischen Leib geschrieben scheint!

Bamberger Symphoniker
Patricia Kopatchinskaja, Violine
Gustavo Gimeno, Leitung

Claude Debussy
Danse (Bearbeitung für Orchester von Maurice Ravel)

Maurice Ravel
Tzigane – Rhapsodie für Violine und Orchester

Francisco Coll
Konzert für Violine und Orchester (2019)

Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Suite aus dem Ballett „Schwanensee“

Die Exzentrikerin

Patricia Kopatchinskaja tritt meistens barfuß auf, um „direkte Verbindung mit der Erde“ zu haben. Da passt es auch, dass die moldawische Supergeigerin in der internationalen Geigenwelt als „unwiderstehliche Naturgewalt“ bezeichnet wird.

Das gilt vor allem, wenn sie moderne Werke herausfordert. Und das tut sie gern! Patricia Kopatchinskaja entfacht mit ihrem Temperament, ihrer emotionalen und eigenwilligen, exaltierten Spielweise in jedem Werk einen Tornado.

Die 43-jährige Geigerin, die mit ihren Eltern – beide auch Musiker – seit ihrem 13. Lebensjahr, 1989, in Wien aufwuchs und studierte, komponiert leidenschaftlich gerne, was sich auch auf ihre Interpretationsweise auswirkt, wie sie in einem Interview in der „Wiener Zeitung“ (4.3.2015) bekennt: „Wenn ich etwas interpretiere, stelle ich mir vor, dass ich der Komponist bin, dass die Musik mit aller Wichtigkeit und Dringlichkeit in diesem Moment geboren werden muss auf der Bühne. Was man auch spürt, wenn man selbst komponiert: Der aufgeschriebene Ton ist nicht alles.“

In Erlangen werden die Ausbrüche der wilden Geigerin zusammen mit den „Bambergern“ unter der Leitung von Gustavo Gimeno in zwei Werken zu erleben sein: Das ist zum einen Ravels berühmte, aufregende „Tzigane“. Mit der „Tzigane“ hat Kopatchinskaja Furore gemacht. Niemand spielt dieses feurige Stück so extrem, zigeunerhaft wie sie: „Je mehr man riskiert, desto näher ist man der Wahrheit. Weil man sich auf Messers Schneide bewegt.
Wenn man sich immer nur wiederholt, hat das nichts mit Kunst zu tun. […]  Es muss immer eine Revolution stattfinden, ein Protest, eine Konfrontation.“

Dieser revolutionäre Geist befördert Patricia Kopatchinskajas Vorliebe für Stücke zeitgenössischer Komponisten. Das zweite Werk an diesem Abend ist das Violinkonzert von Francisco Coll, das dieser für Kopatchinskaja geschrieben hat. Neue Musik ist für die lebhafte Künstlerin „ein Fenster in die Freiheit.“

Kopatchinskajas Begeisterung leitet sich auch bei diesem Werk vom Selber-Komponieren ab: „Für mich war es als Studentin nie interessant, das Brahms-Violinkonzert aufzupolieren, sondern Stücke meiner Kollegen zu probieren. Wie Brahms klingen soll, wird unterrichtet. Aber das interessiert mich nicht, sondern: wie etwas klingen könnte. Einmal saß ich irgendwo in Deutschland in einem Restaurant und merkte, dass Steffi Graf und Andre Agassi am Nachbartisch sitzen. Ich fragte mich: Kommen die heute Abend wohl in mein Konzert? Und ich dachte: nein. Warum nicht? Weil man in einem klassischen Konzert weiß, wie’s ausgeht, im Sport nicht. Es ist zu vorhersehbar, was wir machen, und wir spielen immer dasselbe. Das ist auf eine gewisse Art so degeneriert und versteinert, dass wir uns fragen müssen: Hat das noch etwas mit Zukunft, geschweige denn mit heute zu tun?“

Nach Ansicht der Jury für die Musikpreise der „Royal Philharmonic Society“ in London ist Patricia Kopatchinskaja nicht nur eine der „fantasievollsten Geigerinnen, die es heute gibt, sondern sie ist auch fähig, Kollegen zu elektrisieren und die Hörerschaft zu hypnotisieren. Wenn sie sich mit den düsteren Emotionen der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt oder wenn sie neue Werke vertritt, so ist sie so unwiderstehlich wie eine Naturgewalt: Leidenschaftlich, herausfordernd und völlig eigenständig in ihrer Sichtweise.“

Patricia Kopatchinskaja lebt in Bern, sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

Text: Sabine Kreimendahl

Details

Datum:
24. April 2021
Zeit:
20:00 - 22:00
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

gVe – Gemeinnütziger Theater- und Konzertverein Erlangen e.V.
Telefon:
09131 86 22 52
E-Mail:
info@gve.de
Website:
www.gve.de

Veranstaltungsort

Heinrich-Lades Halle
Rathausplatz 2
Erlangen, 91052
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Website:
https://ekm-erlangen.de
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